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Projekt  Poldewa

Artikel in der "Sächsischen Zeitung" vom
08. September 2005

Chancen mit Poldewa?
Von Wolfgang Nagorske

Im Kreis gewinnt ein bisher einzigartiges Vorhaben Konturen. Die deutsch-polnische Grenzregion könnte dabei profitieren.
Jörg-Manfred Schönsee legt mehrere dicke Aktenordner beiseite und sagt: „Jetzt kann es losgehen.“ Der Ingenieur aus Weißwasser hat das Projekt Poldewa initiiert und in knapp zwei Jahren alle bürokratischen Formalitäten erledigt.

Poldewa steht für Polnisch-Deutsche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft. „Bei meinen Kontakten mit polnischen Partnern werde ich oft gefragt, ob es nicht möglich ist, bei der Entwicklung der Infrastruktur in der polnischen Grenzregion zu helfen“, beschreibt Jörg-Manfred Schönsee den Auslöser der Projektidee.

Gerade auf dem Gebiet der Wasser- und Abwasserbehandlung gibt es in Polen einen großen Nachholebedarf. Die vorhandenen Netze entsprechen in den meisten Fällen nicht den geforderten Normen der Europäischen Union (EU). Zur Modernisierung des Trinkwasser- und Abwassernetzes stellt die EU für alle neuen Mitgliedsländer umfangreiche Fördermittel bereit.

Hier setzt Schönsees Projekt an. „Wir haben das entsprechende Know how. Standen vor 15 Jahren vor einer ähnlichen Situation“, sagt Schönsee.

Gespräche mit Partnerstädten
Das Projekt Poldewa hat längst an Konturen gewonnen und Fahrt aufgenommen. Siegfried Stange, Chef des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) im Landkreis, sieht eine große Chance hier Aufträge zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen. In Gesprächen mit den polnischen Partnerstädten Zary und Leknica sind wir auf Zustimmung gestoßen, hier etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen.

Stange betont ausdrücklich das Wort gemeinsam. „In dieser Angelegenheit ist sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt, keine Seite darf die andere überfordern.“ Das sieht Schönsee ebenso. Poldewa ist vor allem eine Chance, die Grenzregion wirtschaftlich gemeinsam zu entwickeln, so Schönsee, und ist überzeugt, dass sich wohl bald eigenständige Netzwerke herausbilden.

Dieses Projekt hat er auch mit dem sächsischen Wirtschaftsminister Thomas Jurk besprochen. Dabei geht es Schönsee nicht vordergründig um Geld, sondern um Unterstützung im Sinne von Türen öffnen. Nach Informationen der SZ steht das Wirtschaftsministerium dem Projekt aufgeschlossen gegenüber. Der scharfe Start soll am 18. und 19. Oktober in Bad Muskau erfolgen. An diesen beiden Tagen findet in der Kurstadt eine Konferenz von rund 70 Fachleuten aus Deutschland und Polen statt. Dabei wird es nicht nur über die Zusammenarbeit in der Wasserwirtschaft gehen. Jörg-Manfred Schönsee hat hochkarätige Wissenschaftler der Universitäten aus Dresden, Wroclaw (Breslau) und Bremen eingeladen, die weitere Felder einer regionalen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aufzeigen.

Unternehmen zeigen Interesse
Schönsee erhofft sich von den Ergebnissen der Bad Muskauer Konferenz auch Rückenwind für ein zu gründendes Lausitzer Wissenschaftskolleg. „Wir müssen weg von der Kleinteiligkeit“, sagt Schönsee, der selbst Unternehmer ist. Erfolge sind dann möglich, wenn die Politik die Türen öffnet, wissenschaftliche Konzepte auf dem Tisch liegen und die Unternehmen vor Ort die praktische Machbarkeit erkennen. Die Veolia-Gruppe, die die Stadtwerke in Weißwasser und Görlitz betreibt, hat ihr Interesse bereits ebenso signalisiert, wie das Krauschwitzer Tiefbauunternehmen Nadebor. Firmenchef Bernd Nadebor kooperiert mit einem polnischen Unternehmen in Luban und bestätigt die Möglichkeiten des regionalen Marktes. Es fehlt an der Initialzündung.

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